Strajk - Die Heldin von Danzig : Inhalt

Länge: 104 Min. Format: 35mm Farbe

Uraufführung (CA): 11.09.2006, Toronto, IFF; Kinostart (DE): 08.03.2007; TV-Erstausstrahlung: 26.09.2008 (TV)

Preise:
Bayerischer Filmpreis 2007 (Beste Bildgestaltung)
Bayerischer Filmpreis 2007 (Darstellerinnenpreis)
IFF Saturno 2006 Goldener Saturn (Bester Film)


Polen zur Zeit der kommunistischen Herrschaft. Mit ihren 1,56 m ist sie zwar klein, doch niemand sollte Agniezkas (Katharina Thalbach) resolute Persönlichkeit unterschätzen. Ganz unten hat sie angefangen: Als Kriegswaise aufgewachsen, führt sie ein bescheidenes Leben, doch mit einem untrüglichen Sinn für Gerechtigkeit ausgestattet, stellt sie sich der Unwahrheit und dem lebensgefährlichen Schlendrian entgegen.

Sie schuftet in Tag- und Nachtschichten bis zum Umfallen und gilt im Betrieb als Vorzeigearbeiterin, wenn auch zunehmend als eine unbequeme. Jahrelang denkt Agniezka vollkommen unpolitisch, ihr ein und alles ist ihr Sohn Krystian (Wojciech Solarz, Raphael Remstedt), den sie allein großzieht. Daher kennt sie nur eine Sorge: wie sie endlich mehr Zeit mit ihm verbringen kann. Sie arbeitet sich in der Danziger Lenin-Werft ganz nach oben. Als Kranführerin kann sie in geregelten Tagschichten ihr Geld verdienen und muss nicht mehr im Akkord arbeiten. Doch als Agniezka Zeugin eines Unglücks mit 21 Toten wird, eindeutig verursacht durch katastrophale Arbeitsbedingungen auf der Werft, ist ihr Widerspruchsgeist geweckt.

Sie fordert die Autorität der Werksleitung heraus und kämpft erfolgreich gegen die Vertuschung der Unfallursachen. Vor der ganzen Belegschaft bloßgestellt, will der Direktor seine Widersacherin kaltstellen und findet den wunden Punkt Agniezkas, ihren Sohn Krystian. Tatsächlich gelingt es ihm, einen Keil zwischen Mutter und Sohn zu treiben. Nur hat er nicht mit der Standfestigkeit Agniezkas gerechnet, die sich zusammen mit ihrem Kollegen Lech (Andrzej Chyra) einer Gruppe von Dissidenten anschließt. Gemeinsam sprechen sie aus, was in der Bevölkerung schon lange gärt. Ihre heimlich verteilten, provozierend-politischen Flugblätter schaffen Solidarität unter den Arbeitern.

Lang dauert ihr Kampf für mehr Rechte, die Zulassung einer freien Gewerkschaft und eine angemessene Entlohnung. Als bereits die halbe Arbeiterschaft Polens streikt, klingen die Papstworte Karol Wojtylas in Agniezka nach, machen der gläubigen Katholikin Mut. Sie wird nach 30 Jahren an der Werft entlassen. Die Arbeiter streiken ihretwegen und dadurch werden die Werksleitung und die Regierung herausgefordert.

Die bewegende Geschichte eröffnet den Blick auf eine couragierte Frau, die trotz aller widrigen, persönlichen Umstände eine Episode der Weltgeschichte mitschrieb.