Ein Aufstand alter Männer : Pressestimmen

Länge: 91 Min. Format: 35mm Farbe

Uraufführung: Cannes 1987, IFF; Kinostart (DE): 24.09.1987, Hamburg (FBW "besonders wertvoll"); TV-Erstausstrahlung (DE): 29.03.1989


Die Zeit

"Ein Aufstand alter Männer" war eine der wenigen Überraschungen des Festivals, . . . eine der besten Geschichten, die Volker Schlöndorff bisher verfilmt hat. Schlöndorff ... erfindet keine Bilder, sondern arrangiert Geschichten, und genau deshalb ist "Ein Aufstand alter Männer" ein großartiger Film. Die Kamera schaut in die Gesichter der Schwarzen . . . und man spürt, wie ihnen die Geschichte in die Knochen geht."

Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Schlöndorff konzentriert in den Begebenheiten eines einzigen heißen Tages der siebziger Jahre eine jahrhundertelange Geschichte. Passionspfade und Durststrecken der Märtyrer aus der Zeit von "Onkel Toms Hütte" öffnen sich hier zum Weg ins Freie ... "

Frankfurter Rundschau

"Mit diesem Film ist ihm eine sehr lebendige, intelligente und spannende Arbeit gelungen, die vielleicht zum erstenmal im US-Film ... den Schwarzen in einem Film von einem Weißen die Authentizität menschlicher Würde, den Stolz solidarischer Widerstandskraft vor Augen stellt; unprätentiös, unschematisch und erzählerisch ausgreifend ..."

Münchner Merkur

Von Peter A. Weckert

"Volker Schlöndorff, der Mann, der vor zwei Jahren auszog, um sich in Amerika der Passion des Filmemachens hinzugeben, hat mit dieser Verfilmung nach Ernest J. Gaines Roman ein weiteres Werk geschaffen, das gerade durch die überwältigende, nahezu charismatische Darstellung seiner Figuren besticht. Verhärmte Gesichter, die alles Leid einer ganzen Rasse zum Ausdruck bringen. Gebrandmarkt ihre Blicke, wenn sie sich untereinander den Mühlstein ihrer Erinnerungen von der Seele reden. Durch die subtile, als auch vornehm auf Distanz gehende Kameraleistung von Edward Lachman "Susan... verzweifelt gesucht", "True Stories") erhält diese Produktion ein schwerblütiges Ambiente, das unter die Haut geht. "

Der Spiegel

Von Hellmuth Karasek

"Der Film erzählt nun in immer wieder theatralisch komprimierten Szenen, die sich mehr in den Gesichtern als in der Landschaft aufhalten, mehr an (inneren) Konflikten als an (äußeren) Auseinandersetzungen interessiert sind, wie die alten Männer sich von ihrer jungen weißen Schutzpatronin emanzipieren. Es ist ihre Sache, um die es da geht. Und Schlöndorff zeigt, wie die weiße Front der Vorurteile zwar noch unzerstörbar vorhanden ist, aber dennoch Risse im langst selbst verstörten Selbstverständnis ihrer Repräsentanten stärker als Gemeinsamkeiten sichtbar werden.