Die Fälschung : Inhalt

Länge: 110 Min. Format: 35mm Farbe

Uraufführung 15.10.1981, Wiesbaden (FBW "besonders wertvoll"); TV-Erstausstrahlung (DE): 22.01.1984

Preise:
Deutscher Filmpreis 1982 (Filmband in Gold, Darsteller Jerzy Skolimowski)
IFF Straßburg 1982 (Beste Kamera für Igor Luther)


Ein Mann hetzt, Deckung suchend, durch die zerschossenen Straßen von Bab Edriss, dem ehemaligen Geschäftsviertel der Beiruter Altstadt. Er ist Reporter einer Hamburger Illustrierten. Die Kulisse ist echt. Milizionäre lieferten sich noch lange Gefechte.

Mitten in dieser Ruinenlandschaft das Hotel Commodore. Von hier aus unternimmt Laschen (Bruno Ganz) gemeinsam mit seinem Photographen Hoffmann (Jerzy Skolimowski) nächtliche Streifzüge durch die vom Geschützdonner erzitternde Stadt. Laschen, von Todessehnsucht getrieben, wird doch jeden Morgen wieder vom Leben überwältigt, das mit orientalischer Vielfalt hartnäckig auf seiner Fortdauer besteht. Die Heckenschützen putzen ihre Waffen und auch die Opfer der kommenden Nacht haben noch viel vor.

In diesem Chaos aus Tod und Entsetzen trifft Laschen auf eine Frau. Ariane Nassar (Hanna Schygulla) ist Angestellte der Deutschen Botschaft und Araberin aus Leidenschaft. Sie hat nur einen Wunsch, ein Kind zu adoptieren. Laschen begleitet sie in christliche Klöster und palästinensische Lager. Während dieser Suche, das spürt Laschen, ist er näher an der Wirklichkeit, als auf den Kriegsschauplätzen. An Arianes Seite glaubt er auch endlich wieder schreiben zu können.

Der Wahnsinn des Krieges aber steigert sich in absurde Massaker. Der Tross der Journalisten setzt sich nach Damaskus und Kairo ab. Laschen weigert sich, Beirut zu verlassen. Bis er eines Morgens seinem eigenen blutüberströmten Spiegelbild gegenübersteht. ...

Es ist kein Dokumentarbericht entstanden, sondern die Vision eines Ortes, wo Himmel und Hölle miteinander verschmelzen. Georg Laschen erträgt den heimischen Frieden nicht mehr. Er braucht diesen Krieg, um seiner privaten Katastrophe zu entkommen.