Deutschland im Herbst : Inhalt

Länge: 123 Min. Format: 35mm Farbe und s/w

Uraufführung (DE): 03.03.1978, Berlin, IFF (FBW "besonders wertvoll"); TV-Erstausstrahlung (DE): 16.09.1995

Preise:
Deutscher Filmpreis 1978 (Filmband in Gold, An das Team für die Konzeption)


Als Wettbewerbsbeitrag der internationalen Filmfestspiele 1978 in Berlin wurde am 3. März "Deutschland im Herbst" uraufgeführt. Neun Filmregisseure der BRD finden sich zusammen, um über das politische und geistige Klima in ihrem Land nach den Oktober-Ereignissen von 1977 zu reflektieren; nach der Schleyer-Ermordung, nach Mogadischu und nach dem Tod der Stammheimer Häftlinge.

Unter dem Eindruck einer weit verbreiteten Terroristen-Hysterie, einer undifferenzierten Sympathisanten-Verfolgung, einer drohenden Kriminalisierung jeglicher Kritik an den bestehenden Verhältnissen, einer allgemeinen Überwachungs-und Zensurangst, vor allem aber aus Furcht vor der unheiligen Allianz von Terrorismus und Faschismus, begannen sie mit einem gemeinsamen Film.

Heinrich Böll schrieb für Schlöndorff das Kurzspiel über die gekippte Antigone. Musterbeispiel für die Berührungsangst von Institutionen wie den Programmbeiräten des Fernsehens gegenüber dem Thema Gewalt.

Es geht um Sophokles. Um seine Antigone. Der diktatorische Herrscher Kreon verfügt, dass Eteokles feierlich bestattet wird, seinem Bruder, dem Staatsfeind Polyneikes versagt er jedoch die letzten Ehren. Antigone, das rebellische Weib - sucht sich gegen das Gebot für eine Bestattung des Toten einzusetzen.

In Stuttgart werden die Toten von Stammheim beigesetzt. Das war eigentlich keine Beerdigung, sondern eine Polizeifalle.

Der neue deutsche Film war nie wieder so solidarisch in einem Gemeinschaftswerk wie hier.