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Berlinale 2012

11.01.2012

DAS MEER AM MORGEN von Volker Schlöndorff im „Panorama Special" der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin


Berlin/Paris, den 11. Januar 2012 - Wie die Berlinale bekanntgab, wird der neue Film von Volker Schlöndorff DAS MEER AM MORGEN als „Panorama Special" der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin gezeigt werden.

Die deutsch-französische Koproduktion erzählt eine authentische Geschichte, die in Frankreich eine Legende ist. Es geht um den Tod des 17jährigen Jungen, GUY MÔQUET, der in Frankreich das Gegenstück zu SOPHIE SCHOLL ist. In Paris ist eine Métro- Station nach ihm benannt. Sein Abschiedsbrief wird auf Anweisung Sarkozys alljährlich an seinem Todestag in allen Schulen verlesen.

- Ein Jahr lang lebten die deutschen Truppen "wie Gott in Frankreich" - bis im Oktober 1941 ein Offizier in Nantes auf offener Straße erschossen wurde. Hitler verlangte sofort 150 Franzosen hinzurichten. In der Kommandantur in Paris wurde ein Schriftsteller, Oberst Ernst Jünger, mit der Sache befasst. 
- In einem Lager in der Bretagne befinden sich sogenannte politische Gefangene, wie z.B. der 17jährige Guy Môquet, der in einem Pariser Kino während der Wochenschau Flugblätter vom Rang geworfen hat. Er wird einer von denen sein, die der Landrat als Geiseln aussuchen muss. 
- Am Atlantikwall wird ein Soldat, der junge Heinrich Böll, zur Schießübung mit scharfer Munition verdonnert.

Der Film schildert auf diesen drei Ebenen - der Kommandantur, dem Lager und dem Bunker an der Küste - die wenigen Stunden zwischen dem Schuss auf den deutschen Offizier und der Hinrichtung der Geiseln. Ein Drama, bei dem jeder Beteiligte eine Marionette zu sein scheint, die an den Fäden einer bürokratischen Maschine hängen. Der Tod trifft sie als Verwaltungsakt. Es sind aber Menschen, die sich gegenüber stehen, die Geiseln, die sich weigern eine Augenbinde zu tragen, die Schützen, die ihnen ins Angesicht sehen, die Beamten und Offiziere, die ihrem Gewissen nicht entkommen.

In seiner Schrift "Zur Geiselfrage" berichtet Ernst Jünger von den Erschießungen französischer Bürger zur Zeit der Besatzung. Dieser lange verschollene Text, den der Klett-Cotta Verlag nun in das Gesamtwerk des Schriftstellers aufgenommen hat, ist eine der Quellen des Drehbuches von Volker Schlöndorff, das sich im übrigen auf die Briefe der Geiseln, auf Polizeiprotokolle und eine Novelle von Heinrich Böll stützt.

DAS MEER AM MORGEN ist eine Produktion von Les Canards Sauvages (Paris), 
Bruno Petit & Olivier Poubelle und PROVOBIS FILM GmbH, Thomas Teubner & Martin Choroba in Zusammenarbeit mit ARTE France, BR, NDR und SWR mit Léo Paul Salmain, Ulrich Matthes, André Jung, Jacob Matschenz, Harald Schrott, Christopher Buchholz, Konstantin Frolov und Darroussin Dombasle. Buch und Regie: Volker Schlöndorff.