Filme
- 2007 Ulzhan
- 2005 Strajk
- 2005 Enigma - eine uneingestandene Liebe
- 2004 Der neunte Tag
- 2001 Ten minutes older
- 2000 Die Stille nach dem Schuss
- 1998 Palmetto
- 1996 Der Unhold
- 1992 Billy, how did you do it?
- 1991 Homo Faber
- 1989 Die Geschichte der Dienerin
- 1987 Ein Aufstand alter Männer
- 1985 Tod eines Handlungsreisenden
- 1983 Eine Liebe von Swann
- 1982 Krieg und Frieden
- 1981 Die Fälschung
- 1980 Der Kandidat
- 1979 Die Blechtrommel
- 1978 Deutschland im Herbst
- 1977 Nur zum Spaß, nur zum Spiel
- 1976 Der Fangschuss
- 1975 Die verlorene Ehre der...
- 1974 Übernachtung in Tirol
- 1974 Georginas Gründe
- 1972 Strohfeuer
- 1971 Die Moral der Ruth Halbfass
- 1970 Der plötzliche Reichtum der...
- 1969 Baal
- 1969 Michael Kohlhaas - der Rebell
- 1967 Der Paukenspieler
- 1966 Mord und Totschlag
- 1965 Der junge Törless
- 1960 Wen kümmert's
Opern
Die Geschichte der Dienerin
Hellmuth Karasek, in: Per Spiegel 7/1990
"... "Die Geschichte der Dienerin" hat die Tugenden Amerikas, Weltläufigkeit und vor allem eine stupende Professionalität, ohne sich dafür die Laster des Neuen Hollywood, Oberflächlichkeit und lärmende Gigantomanie, einzuhandeln. Der feministische Alptraum träumt im Morgen des Heute. Schlöndorffs Film (Drehbuch: Harold Pinter, der sich in den Folterkammern menschlicher Beziehungen nur zu gut auskennt) erzählt die Geschichte einer Gebär-Dienerin, die in das Haus des Militärkommandanten kommt,... Dieser Kommandant ist von Robert Duvall mit einer umwerfenden Ironie gespielt ... Seine Frau (Faye Dunaway) ist die Matrone, die der strikten Unlustverordnung ihre häusliche Herrschaft verdankt: der (hysterisches) Fleisch gewordene, personifizierte amerikanische Hausfrauenverband ...
Hinter der Oberfläche einer 'Brave New World' werden die verqueren Bedingungen sichtbar, unter denen das geschlechtliche Zusammenleben in den Wohlstandsreservaten des American Way of Life stattfindet."
Emma 2/90
"... Der Film ist von beklemmendem und hochaktuellem Realismus. Eine fundamentalistische Militärdiktatur lässt nur noch das Alte Testament und die Waffen sprechen. Frauen dürfen nicht mehr lesen, nicht mehr berufstätig sein, nicht mehr alleine auf die Straße gehen. Sie sind Arbeitstiere, Wärterinnen, Gebärerinnen oder Die-Hausfrau-an-seiner-Seite (oder auch Prostituierte - die gibt es natürlich trotz alledem weiter). Männer sind Pfaffen, Soldaten, Gehilfen oder Diktatoren (auch wenn sie manchmal gerne Scrabble spielen).
Auf Liebe und auf Abtreibung, zum Beispiel, steht für Frauen die Todesstrafe, vollstreckt von den anderen, fanatisierten (oder vor Angst heuchelnden) Frauen. Neben der Gebärmaschine und der Hausfrau spielt eine Lesbe die Dritte im Frauenbund, im Roman wie im Film. ... Die Verfilmung von Schlöndorff simplifiziert vor allem die Hauptfigur, bleibt aber dennoch eindringlich und wuchtig."
Carna Zacharias, in: AZ-feuilleton, 22. Februar 1990
Gespräch mit der kanadischen Autorin Margaret Atwood
"... 'Ist 'Die Geschichte der Dienerin' für Sie tatsächlich eine politische Utopie oder ist sie nicht vielmehr psychologisch gesehen, ein zeitloser, kollektiv weiblicher Alptraum?'
'Was ist da der Unterschied? Alle klassischen Utopien, ob positive oder negative, sind von Männern geschrieben und handeln von sexueller Reglementierung. Mein Buch steht in der Tradition von Orwell und Huxley, aber aus der weiblichen Perspektive. Deshalb ist es beides - eine politische Utopie und ein kollektiver weiblicher Alptraum. Allerdings: Ich habe nichts erfunden! Alles, was ich beschreibe, gab es schon einmal oder gibt es, in anderen Gesellschaften als der unseren, auch heute. Die Freiheit der Frauen, die wir kennen, ist nicht 'normal', das heißt, sie ist die Ausnahme."